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Mein Erfahrungsbericht: Kita Drucken

Meine Erfahrung als Praktikantin

Mein erster Tag in der Kita war ziemlich chaotisch, alles fing damit an, dass die Chefin Urlaub hatte und die Stellvertreterin nicht darüber informiert wurde, dass ich an diesem Tag mein FSJ in dieser Einrichtung beginnen sollte. Das tollste war, als diese mich in die Küche schickte mit der Annahme, ich sei die neue 1Euro Küchenhilfe. Nachdem das Missverständnis geklärt war, dachte ich, schlimmer kann es ja nicht werden, doch da irrte ich mich. Anstatt in die Gruppe zu kommen in der ich mit 3 jährigen arbeiten sollte, was ich mir beim Vorstellungsgespräch aussuchen konnte, kam ich zu den 4-5 jährigen, doch das störte mich auch nicht mehr so sehr. Das Schlimmste war nur, dass, als ich mich “alleine” bei meiner zukünftigen Anleiterin vorstellte, sie mich stehen gelassen hat und ich merkte, dass sie mich nicht in ihrer Gruppe haben wollte, weil sie der Meinung war, dass Praktikanten nichts taugen. Zum Glück konnte ich ihr schnell das Gegenteil beweisen und jetzt sind wir ein super Team.

Das war mein erster Tag im freiwilligen sozialen Jahr.

Zum Glück wurden die nächsten Tage immer besser, und es dauerte nicht lange, bis ich mich dort gut eingelebt hatte. Mit den Kindern verstand ich mich auf Anhieb sehr gut und die Arbeit mit ihnen macht mir großen Spaß.

Zum Anfang meines FSJ hatte ich das Gefühl, dass ich von den anderen Kollegen nicht recht ernst genommen wurde, ich war in deren Augen halt nur die “Praktikantin” und dass ärgerte mich sehr.

Doch durch viel Einsatz und mein vorhandenes Wissen überzeugte ich die restlichen Erzieher schnell und mittlerweile habe ich das Gefühl zum Team zu gehören. Es war nicht immer leicht, sich zu behaupten und ernst genommen zu werden, doch ich kann sagen, dass ich es geschafft habe. Ich werde in allen Bereichen mit einbezogen, darf an Versammlungen teilnehmen, werde nach meiner Meinung gefragt und was ich sehr schön finde ist, dass über meine Arbeit gesprochen wird. Die stellvertretende Chefin und ich setzen uns neuerdings jeden Monat zusammen und reflektieren meine Arbeit, dabei werten wir aus, was ich bis zu dem jetzigen Zeitpunkt erreicht habe, was ich noch erreichen möchte und es gibt viel Lob, was mich immer weiter darin bestärkt mehr als 100 Prozent zu geben.

Ganz besonders schön finde ich, dass ich sehr viel Verantwortung anvertraut bekomme. So bekam ich beispielsweise vor Ostern die Aufgabe einen Elternbastelnachmittag zu leiten. Zuerst war ich nicht begeistert von der Idee und fühlte mich ziemlich überfordert und ich hatte das Gefühl, dass ich alleine dastehe. Doch meine Anleiterin half mir dabei und so funktionierte das auch super und die Eltern merkten wieder einmal, dass ich nicht nur irgendeine “Praktikantin” bin. Der Bastelnachmittag verlief gut und den Eltern und den Kindern machte es großen Spaß und ich sammelte wieder neue Erfahrungen, wie schwer es doch sein kann eine Erzieherin zu sein.

Die Kinder in meiner Gruppe sehen mich als Erzieherin an, was meiner Meinung nach ganz wichtig ist, denn sie vertrauen mir, wenn sie Probleme haben kommen sie zu mir, denn sie wissen ganz genau, dass ich für sie da bin.
Wenn ich in meiner Gruppe bin erarbeite ich mir oft neue Bastelideen, nehme mir die Kinder zusammen und bastel mit ihnen, jedoch, singe und spiele ich auch mit den Kindern.

Zur Zeit bin ich fleißig dabei, mit den Kindern ihre Lernsprachtagebücher auszufüllen, dabei nehme ich mir jedes Kind einzeln vor und stelle ihm fragen, dann soll dass Kind etwas dazu malen usw.

Diese Arbeit macht mir viel Spaß, da ich dabei die Möglichkeiten habe, die Kinder ganz anders wahrzunehmen und neue Schwächen und Stärken zu erkennen. Außerdem arbeiten wir gerade am großen Projekt “Insekten“. Mit diesem Projekt ist viel Arbeit verbunden, denn als Erstes mussten wir uns ausgiebig über Insekten informieren, dann haben wir den Kindern allgemein etwas über Insekten erzählt und demnächst geht es in den Wald, um Insekten wie z.B. Ameisen mit Lupen zu beobachten.
Ein anderes Projekt, was ich erarbeitet habe und wahrscheinlich Ende April durchgeführt wird, ist das Projekt Restaurant. Auf diese Idee kam ich, als ich beobachten konnte, wie die Kinder mit Messer und Gabel essen, es war eine Katastrophe, sie waren total unmotiviert. Und immer und immer wieder kam von der Erzieherin der Spruch, “eure Eltern können mit euch nie essen gehen”, irgendwann meinte ein Kind dazu, dass es sowieso egal wäre, denn seine Eltern würden sowieso nie ins Restaurant gehen. So entstand meine Idee. Ich gab den Kindern und den Eltern die Hausaufgabe, zuhause mit Messer und Gabel essen zu üben, und wenn wir beobachten, dass es besser wird, würde sich der Gruppenraum in ein Restaurant verwandeln. Und nach knapp 2 Monaten wurde es besser, und jetzt laufen die Vorbereitungen, die andere Erzieherin und ich sind an diesem Tag die Kellner, für uns werden sogar Schürzen genäht usw.
An diesem Beispiel sieht man, dass ich viel Freiraum für meine Ideen habe und diese auch gerne angenommen werden. Wir alle freuen uns schon sehr auf diesen Tag.

In dieser Kita wird generell gern gefeiert, seit dem ich in der Einrichtung bin, gab es schon ein Experimentierfest, eine Halloweenparty, ein Weihnachtsmarkt, ein Laternenfest, Fasching und die Geburtstage der Kinder werden auch immer schön gefeiert.

Durch diese vielen Feste entsteht immer wieder eine gute Stimmung im Team sowie auch zu den Eltern und zu den Kindern, denn die Kinder sind immer sehr stolz, wenn diese ihre Eltern durch die Kita führen und dabei erklären wo sie mitgewirkt haben.

Etwas anderes, was ich sehr schön finde ist, dass die Kinder viel im Freien sind, auch wenn es mal regnet, denn schließlich gibt es Gummistiefel und Gummihosen und den Kindern macht es viel Spaß, wenn sie durch Pfützen springen können.

Auch die ganzen Ausflüge die wir mit den Kindern machen sind sehr schön. Wir gehen sehr oft ins FEZ, ins Theater, in den Tierpark, ins Kino, in die Sternwarte, in die Bibliothek, wir waren sogar im SEA LIFE. Die Ausflüge machen uns allen immer sehr viel Freude.

Bis zu diesem Punkt, war mein Erfahrungsbericht recht positiv, doch ich muss in diesem Bericht auch erwähnen, was mich sehr belastet in dieser Einrichtung. Es belastet mich, dass ich ständig in andere Gruppen geschickt werde wenn eine Erzieherin einmal krank ist oder Urlaub hat. Ich finde es komisch, dass diese Kita so wenig Erzieher hat, dass ich sofort eingesetzt werden muss, wenn nur eine Erzieherin ausfällt, da frage ich mich echt, wie sie es machen würden, wenn es keine Praktikanten gäbe, dann müsste die Kita wohl oder übel noch eine Erzieherin einstellen.

Darüber habe ich auch schon des öfteren mit meiner Ansprechpartnerin, der stellvertretenden Chefin gesprochen. Doch diese meinte immer es ginge nicht anders, dann war es für ein paar Wochen wieder gut, das heißt, ich durfte in meiner Gruppe bleiben, dann musste ich wieder woanders aushelfen. Natürlich könnte ich auch einmal nein sagen wenn sie mich fragt, ob ich das machen würde, aber im Grunde habe ich keine Möglichkeit nein zu sagen, denn ich weiß, dass die anderen Hilfe brauchen. Das ist eine ziemlich schwere Situation für mich.

Im laufe der Zeit habe ich mir immer wieder gesagt, dass es auch etwas positives hat, denn schließlich kenne ich alle 11 Gruppen dieser Kita.

Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich flexibel bin und mich auf jede Altersphase einstellen kann.

Außerdem habe ich die Erzieher bei ihrer Arbeit beobachtet und mir aus jedem Stil etwas positives herausgesucht, etwas, was ich gerne übernehmen möchte, aber auch Dinge, die ich niemals so handhaben werde. Das ist das einzigste Positive was ich daran sehe, denn meistens ist es für mich eine riesen große Umstellung, von den Großen zu den Kleinen zu gehen und umgekehrt, denn eigentlich, bedeutet es für die Erzieher den ich helfe eine Entlastung, und für mich nur doppelte Arbeit, denn schließlich habe ich ja auch eine Gruppe mit zu führen und Projekte zu erarbeiten.

Zum Abschluss möchte ich noch erwähnen, dass ich glücklich darüber bin, mein FSJ in dieser Kita zu machen. Denn trotz mancher Probleme macht mir die Arbeit dort großen Spaß. Durch die gewonnenen Erfahrungen ist meine Liebe zu diesem Beruf nun noch mehr gewachsen.

Jennifer
FSJ 207/08

 

 
 
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